Erzbischof Schick feierte Ort Gottes

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kirche „Zum unbefleckten Herzen Mariens" wurde am vergangenen Sonntag ein eindrucksvolles Pontifikalamt zu Ehren der lebenden und verstorbenen Wohltäter des Gotteshauses am See gefeiert.

Unter Mitwirkung von Erzbischof Dr. Ludwig Schick sowie zahlreichen Geistlichen und Gläubigen gestaltete sich der Gottesdienst am Kirchweihsonntag zu einer unvergesslichen Feierstunde.

nter den Klängen der Blaskapelle Schwürbitz zogen die vielen Teilnehmer, vorbei an festlich geschmückten Häusern, vom ehemaligen Schulhof in der Mitte des Ortes bis zum Gotteshaus. Am Portal wurde der Erzbischof in Versform von drei Kommunionkindern in ihren weißen Kleidern begrüßt. Begleitet vom feierlichen Orgelspiel von Hildegard Ritzel zogen die Gläubigen in das Gotteshaus ein.

Christoph Hofmann begrüßte im Namen der katholischen Kirchenverwaltung die geistlichen Würdenträger Manfred Bub, Ortsseelsorger Martin Ninaparampil, den ehemaligen Schwürbitzer Pfarrer Ireneus Zorawski, Dekan Michael Schüpferling sowie Pfarrer Scherbel aus Marktzeuln.

Lesung und Fürbitten wurden von Klara Babst und Andreas Scheumann gesprochen, bevor Erzbischof Schick zu den vielen Gläubigen sprach. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass so viele Ministranten ihren Dienst versahen und lobte ausdrücklich den Gesangverein Liederkranz, der das Hochamt unter der Leitung von Helmut Gick feierlich umrahmte.
In seiner Predigt ging Erzbischof Schick auf die Gründe ein, die vor 100 Jahren die Einwohner dazu veranlasst haben, ein Gotteshaus zu bauen. Er bezeichnete diesen Ort Gottes als die Erkenntnis und Barmherzigkeit Gottes für die Menschen, als eine Quelle der Kraft für Gläubige auf ihren beschwerlichen Wegen. „Ich danke allen Generationen, die heute und vor 100 Jahren mithalfen, das alte und das neue Gotteshaus zu bauen und zu erhalten", sagte er.


Zeichen des Glaubens

n seinen Ausführungen ging das Oberhaupt des Bistums Bamberg auch auf politische Debatten ein. Es könne nicht sein, dass von einer Partei „öffentliche Zeichen des Glaubens, wie etwa Kreuze" abgeschafft werden sollen. „Dies verstößt gegen das Volk und das Grundgesetz. Sollen demnächst Wegkreuze abmontiert und Gotteshäuser zu Wohnungen umfunktioniert werden?".

Dieses Gedankengut, das zeige die Geschichte, gehe einen falschen Weg. „Wo die Ehrfurcht vor Gott schwindet, kommt menschlicher Größenwahn auf", so der Bischof. „Es muss für alle Religionen auf dieser Erde und für deren Symbole!e Platz sein". Er forderte Toleranz statt Ignoranz und sagte abschließend: „Wenn wir so handeln, dann wird auch das 200-jährige Jubiläum in Neuensee gefeiert werden. „Gott ist für uns, wer oder was kann dann gegen uns sein."

Pfarrer Martin Ninaparampil gab seiner Freude Ausdruck, dass Neuensee zum ersten Mal einen Erzbischof begrüßen durfte. Nach dem Segen durch den Bischof zogen die Gläubigen unter den Klängen der Blaskapelle bei bestem Festwetter wieder zurück zum Kulturhaus, wo für die Verpflegung der vielen Festbesucher gesorgt war. Erster Bürgermeister Helmut Fischer empfand es in seiner Ansprache als „große Ehre", solch einen hohen Besuch in Neuensee begrüßen zu dürfen und lobte die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune.

Reger Dialog

m Laufe des Vormittags hatten viele Gäste Gelegenheit, mit dem hochwürdigen Herrn Erzbischof Schick ins Gespräch zu kommen, da dieser sich auf dem Festplatz an fast jedem Tisch zum Dialog einfand. Es wurden Geschenke und Andenken ausgetauscht, Widmungen geschrieben und so manche Anekdote erzählt.

Bildunterschriften: Drei Kommunionkinder begrüßten Erzbischof Dr. Ludwig Schick am Kirchweihsonntag an der Schwelle zum Gotteshaus (links). Der Liederkranz Neuensee unter der Leitung von Helmut Gick umrahmte das Pontifikalamt feierlich (rechts).

Fünf Geistliche und Erzbischof Dr. Ludwig Schick zelebrierten das Pontifikalamt zum Jubiläum.

Letzte Aktualisierung am 02.05.2012 | Impressum